Seit März 2020 hat die Coronavirus-Krise auch im Lighthouse viele einschneidende Massnahmen gebracht. Stiftungsrat und Verwaltungsrat stehen im kontinuierlichen digitalen Austausch mit der Geschäftsführung, um die Voraussetzungen zu sichern, damit Herausforderungen gemeistert werden können, wie zum Beispiel vom COVID-19 betroffene Patientinnen und Mitarbeitende, oder die Schutzmaterialengpässe, oder Infrastrukturanpassung im Bereich Isolierung, das tägliche Sterben in unserem Hause, und natürlich auch das stemmen der Mehrkosten.

Mit einem persönlichen Virus-Negativ-Test in der Tasche habe ich mich nun erstmals selber von der Situation im Lighthouse ein Bild gemacht. Ich bin stolz auf mein Lighthouse-Team, welches unter grösster Aufopferung versuchen unseren schwerstkranken Bewohnerinnen und Bewohner einen nach wie vor möglichst menschenwürdigen Alltag schenken zu können. Euch allen ein grosses Lob und Anerkennung.

Dank grösstmöglicher Schutzmassnahmen können wir mit Einschränkungen unser Palliativ-Angebot aufrechterhalten. Dafür erhalten wir eine grosse Dankbarkeit all unserer anvertrauten Mitmenschen. Das grösste Problem, welches mir kundgetan wurde, ist die zurzeit notwendige soziale Distanz. Es ist hart, wenn Angehörige nur sehr beschränkt ihre Liebsten besuchen können. Es zerreisst einem das Herz, wenn wir unsere schwerstkranken Bewohner nicht in die Arme zum Trösten nehmen können, und selbst in den Stunden des Sterbens eine gewisse Distanz wahren müssen. Aber, wir wissen um die Kraft von mitmenschlichen Worten und Gesten. Und wir wissen um den unzählbaren Wert, dass wir auch in dieser Krise ein Ort sind, wo wir höchste Sicherheit und grösste Qualität von palliativer Betreuung anbieten können. Und wir hoffen weiterhin auf unsere Spenderinnen und Spender, dass sie uns die Treue halten, damit wir diese kleine Oase inmitten von Lebensabschnitten des Sterbens auch in Zukunft weiterführen dürfen.

Hans-Peter Portmann

Präsident Stiftung Zürcher Lighthouse